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Bericht eines Verfahrens (“Hearing”) der Disziplinarkommission des Weltbridgeverbandes (World Bridge Federation) am 22. und 23. März 2014 im Sheraton Hotel in Dallas, Texas

1. Diese Disziplinarkommission (“Disciplinary Commission”) ist einberufen im Einklang mit den Bestimmungen der Disziplinarordnung des Weltbridgeverbandes (WBF), beschlossen von dessen Exekutivrat im Oktober 2011.

2. Infolge einer Beschwerde, gerichtet an die zuständigen Offiziellen während der Weltmeisterschaft in Bali, wurde eine Untersuchung wegen angeblichen unangemessenen Verhaltens durch Michael Elinescu und Entscho Wladow eingeleitet. Infolge dieser Untersuchung wurde die Beschuldigung gegen Michael Elinescu und Entscho Wladow erhoben, dass sie gegen §73B der Turnierbridgeregeln verstoßen haben. Der Vorwurf lautete, dass sie verbotenerweise Informationen ausgetauscht haben über Kürze in einer angegebenen Farbe und Vorschläge zum Ausspiel in einer bestimmten Farbe, wenn der Partner das erste Ausspiel zu machen hatte.

3. §73B lautet folgendermaßen:
§73 Verständigung
B. Unangebrachte Verständigung zwischen Partnern
1. Die Partner sollen sich nicht mittels z. B. der Art und Weise, wie Ansagen und Spiele gemacht werden, nicht-regelkonformer Bemerkungen oder Gesten, gestellter oder nicht gestellter Fragen an die Gegner oder gegebener oder nicht gegebener Alerts und Erklärungen an sie verständigen.
2. Der schwerstmögliche Verstoß besteht für eine Partnerschaft darin, Informationen durch im Vorfeld ausgearbeitete, andere als in diesen Regeln erlaubte Verständigungsmethoden auszutauschen.

4. Michael Elinescu und Entscho Wladow sowie der Deutsche Bridgeverband wurden über die Vorwürfe am 23. Januar 2014 durch ein Schreiben von Jeffrey Polisner als Ankläger des WBF informiert (Beweisstück 1). Am 4. Februar 2014 wurde ihnen mitgeteilt, dass am 21. März 2014 ein Verfahren (“Hearing”) in Texas stattfinden werde (Beweisstück 2).

5. Mit einem Brief datiert auf den 11. Februar 2014 protestierten Dr. Michael Elinescu und Dr. Entscho Wladow gegen das Verfahren aus zwei Hauptgründen: Erstens, dass gemäß den Statuten des Weltbridgeverbandes Schweizer Recht angewandt werden müsse und das Verfahren daher in Deutschland stattfinden müsse; und zweitens, dass an dem Verfahren keine US-Bürger teilnehmen dürften, weil sich ursprünglich das Team USA II beschwert hatte. Außerdem forderten Sie das Beweismaterial an, das die Anklage gegen sie verwenden würde.

6. Georgia Heth, die zur Vorsitzenden der Disziplinarkommission bestimmt worden war, versicherte den Beschuldigten, dass sie alle Dokumente und anderes Material, auf das sich die Anklage stützen würde, erhalten werden. Außerdem wurde eine Antwort zum Vorwurf der Voreingenommenheit von US-Bürgern übermittelt sowie die Aufforderung, innerhalb von 7 Tagen zu erklären, ob sie die Entfernung von Frau Heth aus dem Gremium wünschten oder nicht. Diese Aufforderung wurde am 14. Februar 2014 verschickt. Innerhalb des 7-Tage-Zeitraums traf keine Antwort ein.

7. Weitere Schreiben der Beschuldigten gingen ein, in denen sie erneut die Rechtmäßigkeit des Verfahrens und der Beteiligung von Jeffrey Polisner als Ankläger und Georgia Heth als Vorsitzende anzweifelten. Als Grund wurde deren Mitgliedschaft in der ACBL (Amerikanischer Bridgeverband) angegeben. Außerdem wurde die Frage aufgeworfen, warum die Sache nicht während der Weltmeisterschaft in Bali behandelt werden konnte.

8. Am 26. Februar erbat Ulrich Wenning als Präsident des DBV eine Verschiebung des Verfahrens. Er erklärte, dass der DBV an dem vorgesehenen Wochenende eine Hauptversammlung durchführen würde, bei dem die Anwesenheit aller DBV-Offiziellen notwendig sei, und daher niemand bei dem Verfahren anwesend sein könne. Außerdem fragte er, warum der DBV in dem Verfahren als Beschuldigter aufgeführt sei, obwohl nirgends nahegelegt wurde, dass er in irgendeiner Weise mit vorgeworfenen Vergehen der beiden Spieler in Verbindung stand.

9. Georgia Heth antwortete auf diesen Brief am 28. Februar 2014 per E-Mail und erklärte, der DBV sei aufgeführt, weil er die nationale Bridgeorganisation der beiden Spieler sei, denen Betrug vorgeworfen werde, und dass durch die vorgelegten Unterlagen nicht nahegelegt würde, der DBV sei an diesem Betrug beteiligt.

10. Die Parteien wurden informiert, dass das Verfahren anberaumt wurde und zum festgesetzten Zeitpunkt stattfinden werde. Wenn es von den Parteien gewünscht werde, würde eine Videokonferenz für sie arrangiert. Die Parteien wurden nochmals an ihr Recht erinnert, jedwede schriftliche Stellungnahmen zu übermitteln.

11. Georgia Heth, David Harris und Mazhar Jaffri (“Die Kommision”) trafen sich im Sheraton Hotel in Texas am Freitag, 21. März 2014, und das Verfahren wurde eröffnet. Keiner der Beschuldigten war erschienen.

12. Die Kommission diskutierte die verschiedenen Sachverhalte, die von den Beschuldigten vorgebracht worden waren. Die Frage der Anwendung Schweizer Rechts entstand aus Verweisen in den Artikeln 1 und 14 der WBF-Satzung. Die Disziplinarordung wird im Artikel 2 der Satzung festgelegt. Ihre Regelungen sind im Einklang mit Schweizer Recht und natürlicher Gerechtigkeit. Das Schweizer Zivilrecht ist nicht anwendbar auf die Disziplinarordung. Die Beschuldigten hatten weiterhin vorgebracht, dass das Schweizer Strafrecht gelte. Dies ist aber kein strafrechtliches Verfahren, und Strafrecht kann daher nicht angewandt werden.

13. Die Frage der Befangenheit, die von den Beschuldigten aufgeworfen wurde, wurde thematisiert. Georgia Heth hat keine direkte Verbindung mit dem ursprünglichen Beschwerdeführer, und hat wenig oder keinen Kontakt mit den Mitgliedern des Teams USA II. Sie hat keine finanziellen Interessen am Ausgang des Verfahrens. Sie hat keine persönliche Abneigung gegen einen der Beschuldigten in diesem Fall. Die Kommission las bei mehreren rechtlichen Autoritäten zum Thema Voreingenommenheit nach. Das Hauptargument der Beschuldigten ist, dass sie Amerikanerin und Mitglied im Präsidium der ACBL ist, und der ursprüngliche Beschwerdeführer ein amerikanisches Team war.

14. [Entscheidungszitat des House of Lords (höchstes englisches Gericht!) weggelassen] Die Kommission kann keine Basis oder Begründung für die Befangenheit von Georgia Heth erkennen, und damit keinen Grund, warum sich Georgia Heth aus dem Verfahren zurückziehen sollte.

15. Jeffrey Polisner ist durch seine Position als Generalsekretär der WBF zum Ankläger bestimmt. Die Statuten besagen, dass er in Disziplinarsachen als Ankläger im Namen des WBF auftritt. Er ist nicht damit befasst, die Vorwürfe zu bewerten. Seine Rolle ist, zu ermitteln, Vorwürfe zu erheben, falls erforderlich, und auf Basis des zur Verfügung stehenden Beweismaterials anzuklagen. Im vorliegenden Fall hat er keine finanziellen oder andere Interessen am Ausgang des Verfahrens, die zu einer Voreingenommenheit führen könnten. Es gibt keinen Grund oder Rechtfertigung dafür, dass er in dieser Sache nicht als Ankläger fungiert.

16. Die Kommission erwog, ob die Benennung des DBV als Beschuldigter in diesem Verfahren angemessen ist. Sie kam zu dem Schluss, dass es richtig und angebracht war, dass der DBV Partei in diesem Verfahren ist, weil er der nationale Bridgeverband der angeklagten Spieler ist. Allerdings gab es keine Vorwürfe in Richtung des DBV im Hinblick auf die Vorwürfe gegen die anderen Beschuldigten. Der DBV als solcher sollte daher besser als interessierte Partei und nicht als Beschuldigter zu dem Verfahren hinzugezogen werden. Der DBV hat keine Veranlassung, sich in diesem Verfahren selbst zu verteidigen, obwohl er ein Interesse an seinem Ausgang hat und letztendlich verantwortlich für die Taten seiner Mitglieder ist.

17. Die Kommission erwog, ob das Verfahren aufgrund des Nichterscheinens der Beschuldigten verschoben werden solle. Die Beschuldigten hatten genügend Zeit und Gelegenheit, ihre Verteidigung vorzubereiten. Sie haben verschiedene Argumente vorgebracht, um dieses Verfahren zu vermeiden. Ihnen wurde die Möglichkeit gegeben, per Videokonferenz dem Verfahren beizuwohnen, und sie hatten Gelegenheit, Schriftstücke einzureichen und/oder sich anwaltlich vertreten zu lassen. Sie haben beschlossen, von keiner dieser Möglichkeiten Gebrauch zu machen. Die Anklage ist bereit, mit der Verhandlung fortzufahren, und hat drei Zeugen aus Europa geladen. Nachdem sie die Sache bedacht hatte, kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass es keinen guten Grund für die Verschiebung des Verfahrens gibt, und keine Garantie, dass falls es verschoben würde, die Beschuldigten teilnehmen würden, ohne dass ihre Forderungen erfüllt wären. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigten zu keinem Zeitpunkt die gegen sie erhobenen Vorwürfe bestritten haben.

18. Weiterhin erwog die Kommission den Grad der Beweissicherheit, der für ein Verfahren dieser Art erforderlich wäre. In der Bridgewelt ist Betrug der schwerwiegendste Regelverstoß, den ein Spieler begehen kann. Im vorliegenden Fall ist der Vorwurf, dass die Spieler insgeheim vereinbarten, durch unerlaubte Kommunikation untereinander zu betrügen. Die Kommission stellte fest, dass der Grad der Beweissicherheit “jenseits begründeten Zweifels” sein müsse.

19. Die Anklage rief den Fall auf und präsentierte ihre Beweise.

20. Eddie Wold war Mitglied des USA2-Senior-Teams bei der Weltmeisterschaft in Bali. Er sagte über die Vorkommnisse während des dritten Segments des Finales aus. Er bekam den Verdacht, dass unerlaubte Information zwischen Elinescu und Wladow durch Husten übermittelt wurde. Er war nicht sicher, welche Information genau übermittelt wurde, aber es gab manche verdächtige Angriffe und Aktionen, die durch die legal durch die Reizung übermittelten Informationen nicht gerechtfertigt waren. Eine Kopie von Eddie Wolds Privatscore-Karte dieses Segments wurde als Beweisstück 3 eingeführt. Er sagte aus, dass er sich auf dieser Privatscorekarte die Anzahl der Huster seiner Gegner notiert hatte. Eddie Wold sagte aus, dass die Kenntnis von Kürzen in der Hand des Partners sehr wertvoll sei und die Basis vieler Konventionen.

21. Aufgrund seiner Notizen war er in der Lage, den von den Gegnern benutzen Code auf der Basis von Hustern zu entschlüsseln. Es gab zwei Phasen des Hustens - eine während der Bietphase und eine andere nach dem Bieten, um den Angriff zu signalisieren. Seine Befunde wurden in ein Spreadsheet übertragen, und verbunden mit von Donna Compton erstellen Handdiagrammen der Kommission als WBF-Beweisstück 2 zur Verfügung gestellt.

22. Die Kommission hörte, dass aufgrund der von Eddie Wold gefundenen Information entschieden wurde, dass Elinescu und Wladow für den Rest des Kampfes einer diskreten Überwachung unterworfen würden. Maurizio di Sacco sagte über das Verfahren aus, das angewandt wurde, und dass es von den Verantwortlichen für die Organisation der Weltmeisterschaft genehmigt worden war. Maurizio di Sacco, verantwortlicher WBF-Meisterschafts-Manager in Bali, bezeugte die Inhalte von Beweisstück 1 “Report on a case of possible violation of Law 73B, occurred in Bali during (at least) the Final of the d’orsi Senior Bowl”. Er präsentierte auch Beweisstück 7, den Speicher-Stick, der das Video des 5. und 6. Durchgangs des Finales enthält. Maurizio di Saccos Beteiligung bestand aus

  1. Der ursprünglichen Ablehnung der Anfrage von Donna Compton, eine Person für die Überwachung bereitzustellen. Sie hatte diese Anfrage am Abend vor dem Finale gestellt.
  2. Im weiteren Verlauf sein Einverständnis mit einer Überwachung, nachdem Donna Compton ein weiters Mal nach dem dritten Durchgang angefragt hatte, und nach Durchsicht der Notizen von Eddie Wold. Er bestimmte Manolo Eminenti zur Überwachungsperson.
  3. Aufbewahrung des Videos von Wladow und Elinescu im Finale.
  4. Anfrage an Bertrand Gignoux zur Überwachung von Wladow und Elinescu während des Cavendish-Turniers in Monaco. Er übergab ihm den Code, den Manolo Eminenti herausgefunden hat, und bat ihn zu überprüfen, ob dieser beim Cavendish von Wladow-Elinescu benutzt wird.
  5. Maurizio di Sacco bereitete den Bericht vor, der als Beweisstück 1 registriert ist, und leitete ihn an Gianarrigio Rona, Präsident des WBF, weiter. Obwohl der Bericht außerdem an Jeff Polisner, Georgia Heth und Ernesto d’Orsi adressiert war, erhielten diese kein Expemplar.

23. Ohne Wissen der Spieler wurde Manolo Eminenti beauftragt, Elinescu und Wladow im 5. und 6. Durchgang des Finales zu überwachen (sie spielten nicht im 4. Durchgang). Manolo Eminenti ist ein Turnierleiter, Vugraph-Operator und Bridgespieler. Er wurde für diese Aufgabe ausgewählt, weil er den Spielern als Vugraph-Operator bekannt war und sie sich durch seine Anwesenheit im Raum nicht gestört fühlen würden. Sein schriftlicher Bericht wurde als WBF-Beweisstück 4 vorgelegt. Er entdeckte, dass Informationen ausgetauscht wurden bezüglich der Stärke der Hand, Kürzen und Ausspiel-Empfehlungen. Eine vollständige Beschreibung seiner Beobachtungen ist in Beweisstück 4 enthalten. Auf Befragen erklärte Manolo Eminenti, dass die Buchstaben W und E in seinem Bericht die Anfangsbuchstaben der Nachnamen der beiden Beschuldigten sind, und nichts mit den Himmelsrichtungen zu tun haben. Er bestätigte, dass die Beschuldigten während des Kampfes nicht gehustet haben, außer bei den Gelegenheiten, zu denen anscheinend Informationen auf Grundlage des angenommenen Codes übermittelt wurden. Er beobachtete die Anwendung des Codes bei jeder einzelnen Hand, sowohl was das Husten bei Händen angeht, in denen Informationen übermittelt wurden, als auch das komplette Fehlen von Husten bei Händen, bei denen dem Code zufolge keine Information übermittelt werden musste.

24. Wir haben die Video- und Audiobeweise der späteren Segmente des Kampfes angesehen. Diese Beweise zeigten, dass es ein klares Muster der Kommunikation zwischen Elinescu und Wladow gab. Bei jeder Gelegenheit, wenn einer eine Kürze in einer Farbe hatte, wurde dies durch Husten mitgeteilt. Dieses Husten geschah, als der Spieler an der Reihe war zu bieten. Die Anzahl der Huster gab an, welche Farbe kurz war. Wenn es keine Kürze gab wurde auch nicht gehustet. Am Ende der Bietphase hatte der Partner des Ausspielers Gelegenheit, die gewünschte Ausspielfarbe mitzuteilen, indem er erneut entsprechend hustete.

25. Die Kommission hörte auch die Aussage von Bertrand Gignoux, der als Turnierleiter in Bali tätig war, und der ebenfalls das Cavendish-Turnier in Monaco vom 23. bis 25. Oktober 2013 leitete. Er stellte seine Erkenntnisse als Bericht (Beweisstück 5) zur Verfügung. Er war am Tisch von Elinescu und Wladow anwesend, während sie 24 Hände spielten, die alle eine Kürze in einer Farbe hatten (der Bericht zeigte 19 Übereinstimmungen am Tisch, aber er korrigierte das auf 24 Fälle während seiner Anwesenheit). Er sagte aus, dass eine 100-prozentige Korrelation zwischen Husten gemäß dem gefundenen Code und Kürze in der betreffenden Farbe bestand. Die Kommission stellte fest, dass auch wenn dieser Beweis nicht in direkter Verbindung zu den Vorwürfen gegen die Beschuldigten stand, er eine nützliche Bestätigung der Verwendung von unzulässigen Kommunikationsmethoden der beiden ist.

26. Eine gutachterliche Stellungnahme wurde abgegeben von Ishmael DelMonte, Mitglied der High-Level Players Commission der WBF. Er war nicht zu einer schriftlichen Vorlage seiner Erkenntnisse aufgefordert worden, und die Beschuldigten waren nicht informiert worden, dass er gegen sie aussagen würde. Es wurde festgestellt, dass er bei den amerikanischen Meisterschaften im selben Team spielt wie Roger Bates, der auch dem Team angehörte, von dem die ursprüngliche Beschwerde stammt. Angesichts der Umstände des Falles fand die Kommission nicht, dass es angebracht war, die Aussage zu berücksichtigen. Es soll aber festgestellt werden, dass die Aussage nicht im Widerspruch zur Anklage stand und nicht nützlich für die Beschuldigten war.

27. Die Kommission fand die Aussagen der Zeugen glaubwürdig und unvoreingenommen. Unter Berücksichtigung und Bewertung der Beweise stellt die Kommission folgende Tatsachen fest:

  1. In allen Händen, die Gegenstand der Untersuchung durch die Kommission waren, husteten die Beschuldigten, wenn sie eine Kürze in einer Farbe hatten.
  2. Es gab kein Husten bei Händen ohne Kürzen.
  3. Es wurde vom Partner des Spielers, der am Ausspiel war, gehustet, um die gewünschte Farbe vorzuschlagen.
  4. Der Partner spielte entsprechend der vorgeschlagenen Farbe aus.
  5. In allen gesehenen Fällen platzierte Wladow das Board auf dem Tisch, obwohl der Schlitten sich noch nicht dort befand, und nahm und betrachtete seine Karten, obwohl die Klappe des Screens noch offen war. Diese Vorgehensweise steht im Widerspruch zu den Screen-Regelungen.
  6. Der Informationsaustausch zwischen Wladow und Elinescu war unzulässig und eine Zuwiderhandlung gegen §73B.
  7. Es gab keinen legitimen Grund und keine gute Erklärung für das Verhalten von Elinescu und Wladow.
  8. Die systematische Nutzung dieser Kommunikationsmethode zwischen Elinescu und Wladow ist nur denkbar aufgrund vorheriger Absprache.
  9. Elinescu und Wladow verhielten sich so, um einen unfairen Vorteil gegen ihre Gegner zu erlangen.
  10. Durch ihr Verhalten erlangten Elinescu und Wladow tatsächlich einen unfairen Vorteil gegen ihre Gegner.
  11. Elinescu und Wladow betätigten sich im Widerspruch zu den Turnierbridgeregeln und im Widerspruch zu dem Geist des Fair Play und Sport-Idealen und der olympischen Charta.

28. Infolge unserer Tatsachenfeststellungen sind wir völlig sicher, dass sich Michael Elinescu und Entscho Wladow eines verwerflichen Verhaltens schuldig gemacht haben, so wie dies in der Disziplinarordnung des WBF definiert ist. Unsere Entscheidung basiert ausschließlich auf den zulässigen und relevanten Beweisen, die für dieses Verfahren zur Verfügung standen. Wir sind völlig sicher, dass Michael Elinescu und Entscho Wladow sich systematisch durch Husten verständigt haben, um so Informationen zu übermitteln über eine Kürze in einer Farbe, und auch durch Husten, um ein gewünschtes Ausspiel vorzuschlagen. Mit dieser Kommunikation war beabsichtigt, sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen, und sie stand im Gegensatz zum Geist und zu den Regeln des Bridgespiels. Sie verletzten §73B dermaßen, dass sich ein verwerfliches Verhalten ergibt.

29. Nachdem Michael Elinescu und Entscho Wladow des verwerflichen Verhaltens für schuldig befunden wurden, verhängt die Kommission folgende Sanktionen gegen sie:

  1. Michael Elinescu und Entscho Wladow sind als Paar lebenslang gesperrt für alle Meisterschaft und Wettbewerbe, die von der WBF organisiert werden.
  2. Michael Elinescu und Entscho Wladow sind individuell für den Zeitraum von 10 Jahren gesperrt für alle Meisterschaft und Wettbewerbe, die von der WBF organisiert werden.
  3. Michael Elinescu und Entscho Wladow werden die Kosten des Verfahrens auferlegt. Die Höhe dieser Kosten wird vom Schatzmeister des WBF bestimmt.

30. Zur Vermeidung von Zweifeln stellt die Kommission klar, dass kein Fehlverhalten des DBV oder eines der anderen Mitglieder des deutschen Bali-Teams gefunden oder angenommen wurde.

31. Der DBV wird an seine Verpflichtung gemäß Artikel 2 der Disziplinarordnung erinnert: [Auszug aus der Disziplinarordnung nicht übersetzt]

32. In Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Disziplinarordnung werden die oben genannten Sanktionen an alle WBF-Zonen sowie an alle nationalen Bridgeorganisationen übermittelt. Die Kommission empfiehlt außerdem, dass eine Zusammenfassung der Vorwürfe und ihrer Erkenntnisse auf der Webseite des WBF veröffentlicht wird.

23. März 2014

[Unterschriften]