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Der "Offene Brief"

Am 17. April schrieben die 3 Mitglieder des DBV-Präsidiums, die nicht bei der WM in Bali waren, einen Brief an das Präsidium, den Beirat und den Disziplinaranwalt. Dieser Brief war jedoch, wie sich später herausstellte, nicht zur Veröffentlichung gedacht. Niemand weiß, warum er trotzdem von den Verfassern in der Überschrift als "Offener Brief" bezeichnet wurde. Jedenfalls wurde er von einem Beiratsmitglied per Internet verbreitet. Hier der Text:

Offener Brief – Präsidium, Beirat, Disziplinaranwalt

Mit den folgenden Worten wollen wir die Ereignisse und Reaktionen des DBV-Präsidiums der letzten Wochen im Fall Elinescu/Wladow dokumentieren und kommentieren.

Leider kann es in der Außenwirkung zum Anschein kommen, dass hier immer das gesamte DBV-Präsidium informiert war und geschlossen handelte. Leider ist dies nicht so und bedarf daher unserer Meinung nach einer gewissen Klarstellung.

Unsere erste Kenntnis von dem Fall überhaupt erlangten wir auf der JHV in Berlin, als Herr Ortmann in einer Anfrage das Präsidium befragte, was an den Vorwürfen zum Skandal Elinescu/Wladow „dran sei“. Herr Wenning ergriff das Wort und versicherte überzeugend, dass es sich scheinbar nur um eine Kleinigkeit handelte und man nichts genaueres wisse.

Auch auf der nur Stunden zuvor stattgefundenen Präsidiumssitzung wurde das Thema in keinster Weise angesprochen oder darüber informiert; obwohl, wie man im Nachhinein erfahren musste, zu diesem Zeitpunkt schon zwei Briefe geschrieben und die Anschuldigungen sehr wohl bekannt waren. Stattdessen diskutierten wir über Logos des DBV und Design von Kartenrückseiten bei der EM in Opatija. Interessant ist im Nachhinein, dass unser Vorschlag, die DBV-Weltmeister noch zusätzlich zu ehren (über den Pokal und das Freibier hinaus, wie damals die Damen z.B. mit einer Goldmünze), schnell abgelehnt wurde.

Eine Woche später dann, wie aus heiterem Himmel, häuften sich plötzlich die Anrufe in denen Bestürzung kundgetan wurde und Informationen verlangt wurden. Sie können sich sicherlich unsere Empörung vorstellen, dass wir als Präsidium hier als letzte und dann auch noch aus dritter Hand informiert wurden.

Sofort organisierten wir eine telefonische Präsidiumssitzung für den selben Abend, an der auch alle teilnehmen konnten. Kurzfristig konnte auch der Disziplinaranwalt hinzustoßen. Als Tagesordnungspunkte hatten wir angesetzt:

a) Sachstand, Information zum gesamten Vorgang
b) Klärung, warum nicht alle Präsidiumsmitglieder sofort unterrichtet wurden
c) Nächste Schritte

Herr Wenning hat dann Punkt a) ausgiebig erklärt und so erfuhren wir, dass der „andere“ Teil des Präsidiums schon zwei Tage vorher das Urteil aus Dallas erfahren hatte, und auch die Existenz der beiden „DBV“-Briefe (13. und 20. März) sowie deren Beteiligte wurde uns mitgeteilt.

Als wir dann zum Punkt b) kamen und erfahren wollten, warum „wir“ so aktiv aus der Informationskette herausgehalten wurden, verabschiedete sich unser Präsident nach kurzer Diskussion aus dem Telefonat. Soviel zum Thema konstruktive Kritik und Grundsteinlegung für Veränderungen für die nun auf uns zukommenden nächsten Wochen...

Wir haben dann noch zum Punkt c) gemeinsam beschlossen, dass eine erste Reaktion auf der Homepage des DBV veröffentlicht wird und haben den Disziplinaranwalt offiziell beauftragt, die einstweilige Suspension der betroffenen Spieler zu beantragen.


Im Laufe der Woche kam dann wie erwartet die Entscheidung des DBV-Schieds- und Disziplinargerichtes. Die daraufhin erfolgte Anweisung an die Geschäftsstelle (mit gleichzeitiger Information an das gesamte Präsidium), die Spielersperren und das Urteil auf der Homepage zu veröffentlichen, wurde von Herrn Wenning gestoppt (ohne das Präsidium zu informieren oder sich mit diesem zu beratschlagen).

Stattdessen erfahren wir aus einer Antwort von Herrn Maybach, dass alle Bundesligakapitäne im Namen des „Präsidiums“ angeschrieben wurden und eine Erklärung am Wochenende abgegeben wird. Weder Inhalt noch Vorgehen wurden mit uns abgestimmt, noch hielt man es für nötig uns überhaupt von dem Vorgang in Kenntnis zu setzen. Nicht einmal auf der finalen Mail wurden wir in Kopie gesetzt. Wir dürfen uns freuen, dass es ein YouTube-Video gibt aus dem wir die Inhalte im Nachhinein erfahren können.

Auch die folgenden Aktionen, wie Einsatz eines Ausschusses/Kommission zur Untersuchung der Angelegenheit oder das Verfassen eines Artikels für das Bridge-Magazin werden an uns vorbei entschieden und umgesetzt.

Nun kann man argumentieren, dass wir ja „nur“ der nicht-spitzensportliche Teil des Präsidiums sind (so wie auch etwa 98% der DBV-Mitglieder Nichtspitzensportler sind) oder dass bei einer formellen Abstimmung aufgrund der höher gewichteten Stimme des Präsidenten die Entscheidungen genauso getroffen worden wären. Was uns jedoch zutiefst verletzt ist, dass wir weder gefragt werden, noch bei den Informationen eingebunden werden und gleichzeitig alle Kommunikation nach außen immer im Namen des „Präsidiums“ erfolgt und wir dann, wenn wir direkt darauf angesprochen werden, noch nicht mal wissen, worum es gerade wieder geht.


Wir möchten betonen, dass es uns mit diesem Schreiben nur darum geht, die Kommunikation und Entscheidungsfindung der letzten Wochen zu kritisieren. Inhaltlich, denken wir, sind die bisher getroffenen Entscheidungen zufriedenstellend.

Wir wünschen uns für die Zukunft, dass wir die Kommunikation (nicht nur innerhalb des Präsidiums, sondern auch in Richtung Beirat und aller unserer Mitglieder) effizienter gestalten können und schlagen vor, einen „Krisenstab“ zu bilden, der alle Kommunikationen vorbereitet, diese mit Präsidium und falls möglich mit Beirat abstimmt und koordiniert und dann die entsprechenden Medien wie Homepage oder Beantwortung von Briefen an den DBV übernimmt. Wie kommen wir nun zu so einem Gremium?

Betty Kuipers
Daniel Didt
Horst Herrenkind