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Wie wurde gehustet?

Der durch den amerikanischen Spieler Eddie Wold herausgefundene und durch den von der Turnierleitung bestellen Beobachter Manolo Eminenti bestätigte Hust-Code funktioniert folgendermaßen:

Anzahl Huster  Bedeutung
1Treff
2Karo
3 oder 1+1Coeur
4 oder 2+2Pik

Gehustet, um eine Kürze zu zeigen, wird am Anfang der Reizung, aber immer innerhalb der ersten zwei Bietrunden, in einer der drei folgenden Situationen:

  1. Wenn der Partner an der Reihe ist (i.d.R. als Teiler)
  2. Wenn man selbst ein Gebot abgibt bzw. an der Reihe ist
  3. Wenn man den Schlitten ("Tray") auf die andere Screenseite schiebt
Wenn die Spieler eine Coeur-Kürze zeigen wollten, konnten sie entweder drei Mal in Folge oder ein Mal z.B. bei b) husten und anschließend ein Mal bei c).

Es wird nicht gehustet, um eine Kürze zu zeigen, wenn der Gegner (schon länger) an der Reihe ist. Wenn keine Kürzen im Blatt vorhanden sind, dann wird auch nicht gehustet.

Der andere Zeitpunkt für das Husten ist vor dem ersten Ausspiel: Vom Partner des Ausspielenden wird die gewünschte Farbe markiert. Dieses Husten ist nicht zwingend. Da nur Huster zu den beiden kritischen Zeitpunkten für den Code relevant sind, kann zu anderen Zeitpunkten beliebig gehustet werden, um die Erkennung des Codes zu erschweren, oder weil der Betreffende tatsächlich mal husten muss.

Es kann natürlich sein, dass noch weitere Codes existieren, die nicht entschlüsselt werden konnten, da sie zu selten vorkamen.

Herr Wenning erklärt das Husten in seinem Brief an die Disziplinarkommission im Falle des Dr. Wladow als asthmatischen Husten. Hierzu merkte ein Bridgespieler in der Internetdiskussion zum Thema an: zum Thema Asthma: Das muß man nicht erzählen, das hört man! Wenn Entscho jetzt auf einmal Asthmatiker ist, dann hat er diese Krankheit entweder ziemlich neu, oder viele Jahre extrem gut verheimlicht... Ich habe zwar lange nicht so oft gegen ihn gespielt wie andere, aber dennoch schon ziemlich viele Gelegenheiten gehabt, ihn am Bridgetisch zu erleben. Von Atemnot war da nie was zu merken, und wenn, dann nicht durch Asthma, sondern durch zuviele Wörter in zuwenig Zeit.

Und ein bridgespielender Mediziner ergänzte: außerdem hätte er sich von seinem Partner medizinisch beraten lassen sollen, wie ein Asthmatiker hustet.
Asthma bedeutet nämlich, dass die Exspiration (das Ausatmen) durch die Spastik erschwert ist. Vor allem tut man sich bei diesen anfallsartigen Problemen schwer, zu sprechen und Luft zu kriegen. Einzelne feuchte Huster sind typisch für COPD (chronisch obstruktive Bronchialerkrankung) bei der man versucht, (eitriges) Sekret abzuhusten.

Der dänische Spieler Thomas Berg erklärt bei Bridgewinners (Übersetzung von mir): Ich spielte gegen Wladow und Elinescu in Bali als Mitglied des dänischen Seniorenteams. Ich bemerkte Husten von der anderen Screenseite während der zwei Stunden. Herr Wladow saß auf Süd. Ich war Ost. Und es war sicher nicht mein Partner Geert Jørgensen, der hustete. Herr Elinescu hustete nicht so viel wie Herr Wladow.