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Der Fall Dr. Elinescu

Am 13. August 2013 in Berlin, unmittelbar nach der Siegerehrung, ergriff Herr Dr. Elinescu, verstärkt durch das Saalmikrophon, das Wort und sprach von einer "skandalösen Entscheidung" durch unfähige Turnierleiter, und er werde nie wieder in einem Turnier spielen, das von Peter Eidt oder Richard Bley geleitet wird. Er bezog sich dabei auf eine TL-Entscheidung, bei der die genannten Turnierleiter nicht an seinem Tisch waren, und die vom Turnierschiedsgericht bereits zu seinen Gunsten geändert worden war.

Die Turnierleiter wandten sich an den Disziplinaranwalt, der Herrn Dr. Elinescu jedoch lediglich ermahnte und kein Verfahren vor dem Schieds- und Disziplinargericht eröffnete. Diese "Entscheidung" wurde nie veröffentlicht.

Dieser Fall hat mehrere Aspekte. Im Hinblick auf den Disziplinaranwalt ist festzustellen, dass er aufgrund der DBV-Satzung der DBV-Verfahrensordnung berechtigt ist, von der Einleitung eines Verfahrens abzusehen, und er braucht dies auch nicht zu begründen. Für das Aussprechen einer Ermahnung dagegen findet sich in Satzung und Verfahrensordnung keine Rechtsgrundlage.

Meiner Einschätzung nach hat er seinen Ermessensspielraum bei der Entscheidung, kein Verfahren zu eröffnen, so weit überschritten, dass ein Missbrauch dieses Spielraums vorliegt. Er hätte sich dafür selbst vor dem Schieds- und Disziplinargericht verantworten müssen, und der eigentliche Fall hätte von einem seiner Stellvertreter bearbeitet werden müssen. Das Präsidium hätte dies veranlassen müssen, oder vielleicht auch das Schieds- und Disziplinargericht, nachdem es durch das Präsidium vom Sachveralt in Kenntnis gesetzt wurde. Dies ist aber alles nicht geschehen.

Wenn eine solch krasse Fehlentscheidung vorkommt, wie die des Disziplinaranwalts, und diese keine Folgen hat, dann fragt man sich, was der Grund dafür ist. Natürlich kann man hier nur spekulieren. Folgende Möglichkeiten fallen mir ein:

Die erste Möglichkeit ist völlig unplausibel. Alle, die von diesem Vorfall damals durch die Mailingliste "Doubl" unterrichtet wurden, reagierten empört, und in keinem Beitrag klang an, dass man darüber hinwegsehen könne. Auch die Turnierordnung und ihr Anhang A sprechen hier eine eindeutige Sprache, danach ist das Verhalten von Herrn Dr. Elinescu ein "sehr schwerer Verstoß" gewesen.

Von den beiden anderen Möglichkeiten klingt die letzte plausibler. Denn hätte das Schieds- und Disziplinargericht zeitnah über den Fall entschieden, wäre möglicherweise eine Sperre gegen Herrn Dr. Elinescu verfügt worden, und er hätte nicht an der Weltmeisterschaft teilnehmen können. Das hätte Herrn Wennings Chancen bei der Weltmeisterschaft deutlich reduziert. Selbst wenn das Schieds- und Disziplinargericht keine Sperre ausgesprochen hätte, sondern etwa eine Geldstrafe, da in diesem Fall gemäß der DBV-"Richtlinie Zulassung" das Präsidium bei sachgerechter Beurteilung nicht umhin gekommen wäre, ihn aus der Senioren-Nationalmannschaft auszuschließen.

Dadurch aber, dass nichts geschah, was ein absoluter Affront gegen die betroffenen Turnierleiter war, konnte Herr Elinescu unbehelligt an der WM teilnehmen - mit den bekannten Folgen. Sowohl der Disziplinaranwalt als auch das Präsidium hätten dies verhindern müssen und können, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre.