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Diskussion

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Die interessantesten Mails, die ich bekommen habe, und manchmal meine hoffentlich auch interessanten Antworten:


Double-Mail von "Mike" am 6.5.2014:

Ich oute mich ganz klar: Dieses Paar gehört lebenslang gesperrt UND wegen schwerer Rufschädigung aus dem DBV ausgeschlossen. Wer das als Präsidium nicht unterfängt, stützt meine Interessen nicht. Ich hätte hier gern mal ehrliche Worte, ob andere nicht auch finden, dass der DBV einen großen Gewinn hätte, dieses Paar loszuwerden.

Darauf antwortete Bernhard Kopp:

Hallo Mike,

Wenn es Dich interessiert, hier - in aller Kürze- meine persönliche Einschätzung:


Ich schrieb in meinem Newsletter vom 1. Mai: Ich vermute und hoffe aber, dass die vom DBV eingelegte Berufung gegen das Urteil der Disziplinarkommission bei dieser Gelegenheit zurückgezogen wird.

Darauf antwortete jemand am 2. Mai: (Auszug aus der Mail)

Das wäre sehr wünschenswert, und zwar aus mehreren (juristischen) Gründen: mangels Zugänglichkeit der genauen internationalen Verfahrenvorschriften kann ich keine präzise Aussage treffen, aber nach deutschen allgemeinen Prozeßrecht wäre ein Rechtsmittel (Berufung etc.) gegen das Urteil durch den DBV schon deswegen unzulässig, weil dieser ja "raus" ist, damit aber nicht formal und materiell "beschwert" durch das Urteil der Amerikaner ist. Dann fehlt das Rechtschutzbedürfnis, das der DBV als Person ein Rechtsmittel einlegen kann.

Wenn er dies aber dennoch -das ist reine Spekulation ohne die (internationalen) Vorschriften zu kennen- tut, sehe ich nur nach deutschen Prozeßrecht, von dem ich nicht weiß, inwieweit es gleichlautende Vorschriften im internationalen Verfahrensrecht gibt, könnte der DBV als (freiwilliger) sog. Streithelfer dem Berufungsverfahren beigetreten sein. Daraus könnte folgen, dass der DBV wieder selbst Partei des Verfahrens (mit allen Folgen) wird.

Welche prozessuale, aber auch Außenwirkung eines solche vom DBV selbst verursachter Verfahrenschritt hätte, brauche ich Ihnen nicht zu erklären, außer dass bei Bestätigung des Urteils (ohne Rücknahme des Rechtsmittels durch den DBV) dieses auch gegen Ihn gälte: fatal durch bewußte Selbstschädigung (des DBV und der in ihm zusammengefassten Bridgespieler in den Vereinen) wäre die Untertreibung des Jahres.


Von Nedju Buchlev, 1. Mai

Hallo Karl,

super Engagement, super Website, hast Du sehr gut gemacht!

Zu den ersten Infos bzgl. der Berufung des DBV bei der WBF, diese Info wurde auf newinbridge gepostet mit Lausanne als dem Ort der Herkunft (siehe überhalb der deutschen Fahne).

Es ist also anzunehmen, dass dies von der WBF kommt, die ja ihren Hauptsitz in Lausanne hat. In dem Posting steht auch, dass die deutsche Seite, also der DBV, bei einem nicht genehmen Urteil den Fall weiterverfolgen und weitertragen wird an den Court of Arbitration, ebenfalls in Lausanne.

Es ist davon auszugehen, dass der Präsident dieses so geschrieben hat und die Info also stimmt.

Inwieweit es eine kluge Strategie ist die "gegnerische" Seite der Form vorab zu bedrohen sei dahingestellt, aber wer hat dies so beschlossen, wenn es den wirklich dazu kommen sollte. Der Court of Arbitration ist der oberste Gerichtshof in Sachen Sport (Claudia Pechstein war da auch eine Zeitlang zugange) und ist ganz sicher keine billige Angelegenheit.

Wieso sollen wir, der DBV, für Herrn Wenning und den anderen Senioren ihre durch Betrug des Ankerpaares erlangten WM-Medaillen bis zum geht-nicht-mehr verteidigen und dafür bezahlen.

Die ehrbare Lösung kommt für die Bali 3 des Präsidiums offensichtlich nicht in Frage, aber wieso wird da der DBV von denen in Geiselhaft genommen?

Gruss

Nedju


Antwort von mir an Herrn Grussdorf, 1. Mai

Sehr geehrter Herr Grussdorf,

ich antworte wie folgt auf die von Ihnen vorgebrachten Argumente:

Am 01.05.2014 11:19, schrieb juergen grussdorf:

der Artikel in der FAZ wurde auch in unserem Club bemerkt und diskutiert. Ohne Kenntnis des “Beweismaterials” erlaube ich mir aber kein Urteil.

Das schriftliche Beweismaterial wurde ja auch auf der DBV-Seite nicht veröffentlicht. Durch meine Seite habe Sie Gelegenheit, davon Kenntnis zu nehmen: hier das schriftliche Beweismaterial und die Videos (die auch auf der DBV-Seite verlinkt sind, aber ohne Angabe, welche Boards dort zu sehen sind). Abgesehen von ganz vereinzelten Ausnahmen war jeder, der dies studiert hat, von der Schuld überzeugt - soweit ich Reaktionen mitbekommen habe.

Bemerkenswert scheint mir jedoch, das das Verfahren durch die amerikanischen Verlierer vor einem amerikanischen “Gericht” durchgeführt wurde und nicht vor dem zuständigen “örtlichen Gericht”, d.h. dem Turnierschiedsgericht in Bali oder, wenn dessen Sachkompetenz oder Befangenheit dies verhindert hat, vor dem “Gericht” des WBF in Lausanne.

Weder haben die "amerikanischen Verlierer" das Verfahren durchgeführt, noch war ein amerikanisches Gericht tätig. Tatsächlich hat das amerikanische Seniorenteam USA2 den Fall nur in Bali bei der Turnierleitung angezeigt. Der weitere Verlauf des Verfahrens wurde nicht von diesem Team beeinflusst, sondern es wurde von der World Bridge Federation (WBF) durchgeführt. Die Mitglieder des Teams USA2 haben in ihren Kommentaren im Internet deutlich gemacht, das ihnen die sofortige Konfrontation des deutschen Paares mit den Vorwürfen lieber gewesen wäre, anstatt 2 weitere Durchgänge gegen dieses Paar zu spielen, ohne etwas sagen zu dürfen.

Die WBF hat durchaus die Kompetenz zu entscheiden, ob eine direkte Behandlung des Falles in Bali angebracht war, was schwierig gewesen wäre, da es der letzte Kampf war und anschießend alle Beteiligten schon den Heimflug gebucht hatten. Man hat sich stattdessen entschieden, erst einmal das nächste internationale Turnier abzuwarten, bei dem Herr Dr. Elinescu und Herr Dr. Wladow mitspielen, nämlich das Cavendish im Oktober 2013 in Monaco. Es stellte sich heraus, dass die beiden dort in der gleichen Weise husteten wie auf Bali.

Dass es sich um ein amerikanisches Gericht handelte, das schließlich tätig wurde, entspricht nicht den Tatsachen. In Wahrheit handelte es sich um die Disziplinarkommission der WBF, und das Gremium war genau so besetzt, wie es der "WBF Disciplinary Code" vorsah. Die Nationalitäten der 3 Gremiumsmitglieder waren USA, Großbritannien und Pakistan. Dies tut aber eigentlich nichts zur Sache, da bei Betrug im Bridge jeder Bridgespieler der Welt gleichermaßen interessiert sein sollte. Dies ist keine Frage der Nationalität.

Der WBF Disciplinary Code schreibt nicht vor, wo die WBF-Disziplinarkommission ihre Verhandlungen durchzuführen hat. Bei einer weltweiten Organisation kann das im Prinzip jeder Ort der Welt sein. Dies muss auch möglich sein, denn es wäre widersinnig, z.B. einen Fall, dessen Beteiligte in der Hauptsache Australier sind, in der Schweiz zu verhandeln. Die Kommission setzt die Verhandlung an einem Ort und zu einer Zeit an, die ihr organisatorisch am günstigsten erscheint, und berücksichtigt dabei insbesondere die Interessen der zu hörenden Zeugen, die man ja nicht zwingen kann, zu erscheinen, im Gegensatz zu einem nationalen Gericht. Der Ort Dallas wurde offensichtlich gewählt, da dort zu dieser Zeit eine riesige Bridgeveranstaltung stattfand, bei der einige Verfahrensbeteiligte sowieso anwesend sein würden.

Niemand kann der Kommission vorschreiben, ihre Planung über den Haufen zu werfen, wie Herr Wenning es versucht hat. Und nur Herr Wenning hat in seiner Rede vor der Bundesliga am 5. April diese Kommission als "die Amerikaner" bezeichnet (siehe Video, Zeit 8:55) und dadurch wohl bewirkt, dass ein falsches Bild in der Öffentlichkeit entstand.

Dass erkältete Spieler häufig husten ist nicht ungewöhnlich, ich selbst leide sehr unter einem dauernden Reizhusten, und der Nutzen aus der Kenntnis einer Kartenzahl so gering, das ein Spitzenpaar darauf nicxht angewiesen ist.

Dass einer der Beteiligten wirklich erkältet war, ist nie behauptet worden. Auch kann ich mich nicht erinnern, dass in den Videos jemals zu sehen war, dass jemand ein Taschentuch benutzt. Dass die Kenntnis von Kürzen beim Partner hilfreich ist, egal auf welchem Niveau man spielt, ist sonnenklar.

siehe auch das Verfahren gegen Reese/Schapiro vor einigen Jahren.

Die haben aber nicht gehustet, und es war eher vor Jahrzehnten.

Man sollte daher abwarten was eine Berufung ergibt.

Nur wenn man meint, die erste Instanz habe substanzielle Fehler gemacht. Das meine ich aber nicht.

Dass Verhalten des Vorstandes sich bis zu Aufklärung der Sache hinter seine Spieler zu stellen ist zu begrüßen und nicht zu verurteilen,

In einem Gerichtsverfahren vertritt normalerweise ein Rechtsanwalt den Angeklagten, und sonst niemand. Der DBV hatte keine Veranlassung, auf das Verfahren einzuwirken, es sei denn man rechnet die Furcht vor dem Verlust des Weltmeistertitels als Argument. Das will ich Herrn Wenning aber nicht unterstellen.

auch dass man nicht mit einer eigenen Pressekampagne in das schwebende Verfahren eingreift ist richtig und kein Grund eine Kampagne gegen den Vorstand zu veranstalten!

(In diesem Satz von Ihnen scheint das Wort "nicht" nicht beabsichtigt zu sein.) Herr Wenning hat selbst in seiner Rede vor der Bundesliga gesagt, dass er 50 Presse-Interviews gegeben hat (Siehe Video, Zeit 18:03). Dies war aber eher keine Kampagne, sondern eine Reaktion auf Anfragen, die jedoch erst kamen, als das Urteil bekannt war - vorher wusste ja niemand von dem Fall.

Was dann tatsächlich in der Presse zu lesen war, war nicht von der sachlich gebotenen Zurückhaltung des DBV geprägt, sondern deutet darauf hin, dass Herr Wenning seine persönliche Meinung zu dem Fall hat einfließen lassen, was sich bei einer in der Sache befangenen Person wohl nicht vermeiden lässt. Er hätte den Pressekontakt einfach dem zuständigen Präsidiumsmitglied, Frau Kuipers, überlassen müssen.

Es ist Ihnen mit Ihrer Mail nicht gelungen, mich von meinen Forderungen abzubringen.

Mit freundlichen Grüßen

Karl Junk