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Die Besetzung der Senioren-Nationalmannschaft

Im Jahre 2012 wurde beschlossen, die Nationalmannschaften durch ein Qualifikationsturnier zu bestimmen. Bei den Senioren gewann am 11. März 2012 das Team Sträter (Ulrich Kratz, Reiner Marsal, Bernhard Sträter, Ulrich Wenning) durch Sieg im Finale gegen das Team Karlsruhe. Das Team Harsanyi, in dem Dr. Elinescu und Dr. Wladow mitspielten, war schon im am 22. Januar in der Vorrunde, wo jeder gegen jeden spielte, ausgeschieden: Es hatte alle drei Kämpfe verloren.

Da die Nationalmannschaft aus sechs Spielern bestehen muss, war in der Ausschreibung folgendes festgelegt worden: "Die Ergänzung einer aus zwei Paaren bestehenden Siegermannschaft und die Bestimmung des Kapitäns erfolgt nach der Qualifikation durch das Präsidium in Absprache mit den Mannschaftsmitgliedern." Herr Wenning, seine Mannschaft und das Präsidium hatten also freie Auswahl für die Besetzung der beiden restlichen Plätze. Dabei war allerdings laut "Richtlinie für die Zulassung / Aufstellung von Paaren / Teams für internationale Veranstaltungen", §4.2., folgende Bedingung zu beachten: "Ethische Aspekte - Neben den sportlichen Gesichtspunkten ist auch das Verhalten der Spieler am Bridgetisch zu berücksichtigen." Nun war seit Jahrzehnten jedermann bekannt, dass das Verhalten der Doktoren am Bridgetisch völlig indiskutabel ist. Wenn es ein Paar gab, das unter diese Bedingung fiel, dann dieses. Dass man sie trotzdem in die Nationalmannschaft berufen hat, zeigt, dass dass Präsidium schon zu diesem Zeitpunkt keine Rücksicht auf bestehende Regelungen nahm.

Die Provokation von Dr. Elinescu im August 2013 blieb ebenfalls ohne Folgen.

Mitte Februar dieses Jahres wurde das nächste Qualifikationsturnier für die Nationalmannschaften veranstaltet. Dieses Turnier findet sich nicht auf den Internetseiten des DBV, aber im Bridgemagazin (April 2014) wurde ab Seite 11 davon berichtet. Die Senioren brauchten sich jedoch nicht zu qualifizieren, sondern spielten einen Freundschaftskampf gegen die Niederlande. Dies wäre auch durchaus in Ordnung gewesen, da Medaillengewinnern ein solcher Freifahrtschein zusteht. Zu diesem Zeitpunkt war dem Präsidenten jedoch bereits bekannt, dass die WBF gegen Dr. Elinescu und Dr. Wladow Anklage erhoben hatte. Wenn er nicht befangenerweise alles selber entschieden hätte, dann hätte ein unbefangenes Gremium vorsichtshalber auch für die Senioren eine Qualifikation angesetzt. Wenn es zu diesem Zeitpunkt schon zu spät dafür war, hätte die Qualifikation eben zum frühestmöglichen Zeitpunkt stattfinden müssen.

In Wirklichkeit ist aber nichts dergleichen geschehen. Stillschweigend betrachten sich die Herren Kratz, Marsal, Sträter und Wenning immer noch als Weltmeister, die keine Qualifikation benötigen. Und noch viel stillschweigender wurden zwei Ersatzleute für die Doktoren in die Nationalmannschaft berufen: sie tauchten einfach plötzlich in der Liste der Nationalmannschaft auf der DBV-Seite auf, ohne dass je eine entsprechende Nachricht unter "Aktuelles" veröffentlicht wurde. Es scheint, als wolle man so vollendete Tatsachen schaffen, ohne dass ein rechtzeitiger Einspruch beim Sportgericht möglich ist. Die beiden Berufenen, Herr Dr. Kaiser und Herr Klumpp, scheinen bei diesem Verfahren offenbar kein Problem zu haben. Ich an ihrer Stelle hätte jedenfalls unter den gegebenen Umständen die Berufung abgelehnt.

Es wäre vielleicht eine Idee, dass ein Spieler, der grundsätzlich für die Senioren-Nationalmannschaft in Frage kommt, beim Sportgericht gegen den Modus der Besetzung Einspruch erhebt. Wahrscheinlich würde sich dabei dann herausstellen, dass Herr Wenning bei der Entscheidung des Präsidiums, so es denn überhaupt eine korrekte Beschlussfassung gegeben hat, für sich selbst gestimmt hat.